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„Netflix, Disney, Prime… Wie viele kommen denn da noch?“

Fire TV Fernbedienung mit Schnellwahl Tasten für Netfliy, Disney plus und Prime Video © Jonas Listing

Gibt es zu viele Streaming-Dienste? Wie viele werden in den nächsten Jahren noch dazu kommen? Und vor allem – wann „stirbt“ endlich mal wieder ein Dienst? 

„Streaming ist mir viel zu kompliziert“, meinte ein Verwandter neulich zu mir, „man weiß ja nie, wo jetzt was läuft. Am schlimmsten ist es, wenn drei Staffeln einer Serie nur bei Prime laufen und die anderen zwei dann bei Sky oder so. Und es werden ja auch immer mehr Anbieter. Das macht absolut keinen Spaß.“

Auch wenn ich seine Entscheidung, dem linearen Fernsehen treu zu bleiben, nicht nachvollziehen kann – Recht hat er trotzdem: Streaming ist immer komplizierter geworden. Zwar mildern Apps wie die Apple TV-App oder der ScreenFlash Kalender das Problem etwas ab, aber solange die Anzahl der Streaming Anbieter steigt oder so hoch bleibt, wird sich kaum etwas ändern. Geld ist auch ein wichtiger Punkt. Kaum jemand kann sich alle Streaming Dienste leisten und mal ehrlich: Wie viele es gibt, weiß doch auch keiner, oder?

Da wären natürlich in erster Linie Netflix, Disney+, Prime Video und Sky Ticket. Und dann noch Apple TV+, Starzplay, Joyn Plus, RTL+, MagentaTV, Mubi, die Mediatheken von ARD, ZDF & Arte und unzählige kleinere Anbieter die als Apple oder Amazon Channels dazu gebucht werden können. Ich habe versucht, alle dort verfügbaren Channels auf Prime Video zu zählen, und kam auf über 60! Wenn man all diese auch als Streaming Dienst zählt, gibt es in Deutschland fast 80 Streaming Angebote! Sport Anbieter sind da noch gar nicht mitgerechnet…

Zudem wird 2022 Paramount+ in Deutschland starten, was bei Star Trek Fans schon für einigen Ärger gesorgt hat (wie ihr von SerienFlash wisst). Tja, und dann will auch noch HBO max spätestens 2025 (am liebsten aber natürlich früher) nach Deutschland kommen.

Um also die Frage aus der Überschrift zu beantworten: Es kommen mindestens noch 2 große Streamingdienste zu uns nach Deutschland.

Doch bedeutet das in erster Linie, dass Streaming noch teurer wird? Kann sein – muss es aber nicht. Es könnte sich auch ein Preiskampf entwickeln, von dem wir Konsumenten profitieren könnten. Vor allem der Start von HBO max könnte für Netflix, Prime und vor allem Sky ähnlich starke Auswirkungen haben wie der Start von Disney+. Alle drei würden viele Inhalte verlieren, die dann nur noch bei HBO max laufen. Netflix könnte dadurch unter Druck geraten und müsste seine hohen Preise rechtfertigen. Und für Sky könnte der Verlust der HBO Serien sogar existenzbedrohend werden, da ihr Serien Angebot hauptsächlich auf diesen Serien basiert. Nicht umsonst sprechen Analysten von einem „Streaming Krieg“. Denn es wird erwartet, dass nicht alle Anbieter diesen teuren Kampf gewinnen. Manche Anbieter könnten durchaus auch pleitegehen, gekauft werden oder zur Fusion gedrängt werden.

Doch welcher Streaming Dienst wird nun nach Quibi als nächstes seinen Dienst einstellen?
Mein Tipp: Joyn PLUS+. Bereits im Dezember 2020 hatte ProSiebenSat.1-Vorstandssprecher Rainer Beaujean in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt, dass er nicht „an einen Siegeszug der Abo-Modelle“ glaube. Joyn, der Nachfolger von Maxdome, ist zwar in erster Linie die gemeinsame Mediathek von ProSiebenSat1 und Discovery, bewirbt sein kostenpflichtiges Plus Angebot allerdings mit lizensierten Inhalten wie Spider-Man Homecoming, Doctor Who und Grey’s Anatomy. Hinzu kommt, dass Discovery ja gerade mit Warner Brothers fusioniert, weshalb Discovery bei einem Deutschlandstart von HBO max wahrscheinlich bei Joyn aussteigen würde.

Da es aus all diesen Gründen nahe liegt, dass Joyn Plus+ in Zukunft nicht mehr so viele Lizenzen bekommen wird, ist es wahrscheinlich klug von Joyn das Bezahlmodell aufzugeben und nur mit einem kostenlosen, werbefinanzierten Produkt weiterzumachen.

Und wer könnte fusionieren?
Wahrscheinlich Universal und Paramount/CBS. Peacock, der Streaming Dienst von Universal, existiert als eigenständiger Dienst nur in den USA. Peacock kommt gerade mal auf 10 Millionen zahlende Kunden und macht mehr Verlust als Gewinn. In den Sky-Heimatmärkten (Deutschland, Österreich, Italien, Großbritannien), wird Peacock zukünftig in Sky integriert da Sky wie Peacock und Universal zu Comcast gehört.

Im August 2021 haben Paramount und Universal angekündigt, in mehr als 20 europäischen Ländern (wo es noch kein Sky gibt) einen gemeinsamen Streamingdienst namens „SkyShowtime“ zu starten, welcher die Inhalte von Peacock, Paramount+, Showtime, Paramount Pictures und Universal Pictures bündeln soll.
Als Märkte genannt wurden unter anderem Spanien, Norwegen, die Niederlande, Kroatien, Ungarn und Polen. Dafür wird zum Start von SkyShowtime in Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland die alleinstehende Version von Paramount+ eingestellt. Der Dienst ist dort vor einem Jahr erst gestartet.

Fazit
Auch wenn für Deutschland kein Start von SkyShowtime angekündigt wurde und es dadurch erstmal mehr statt weniger Streamingdienste werden. Bis zur nächsten Fusion oder „Tod“ eines Dienstes dürfte es nicht mehr lange dauern. Bis dahin lohnt es sich wahrscheinlich alle paar Monate die Dienste zu wechseln bzw. neue auszuprobieren. Es bleibt die nächsten Jahre auf jeden Fall spannend im Streaming Krieg. Noch ist gar nichts entschieden.

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Kommentare

Dominik
@dominik163

Also persönlich haben wir Netflix, Prime und Disney+
Bin der Meinung das diese auch so schnell nicht verschwinden und diese drei reichen uns, denn nur zum Streamen ist das Leben zu kurz. ÖR Mediatheken bieten teilweise auch Top Inhalte. Bsp.: Bad Banks. Inklusive Radio tut mir die GEZ da nicht weh.

Mario
@mpmt

Finde es klasse und man muss nicht alle auf einmal abonnieren wenn ich dran denke das ich 18 Euro pro Monat an die Öffentlich-rechtlichen zahle bekomme ich die scheisserei

Vanessa
@lunakino

Aber schon problematisch wenn immer mehr Streamingdienste kommen. Vor allem ich frage mich immer was wird dann aus Netflix, wenn alle ihre Inhalte auf ihre eigenen Plattformen ziehen?

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