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20 Jahre „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“

© Warner Bros.

Am 19. Dezember 2001 erschien „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ in den deutschen Kinos. 20 Jahre später existieren nicht nur zwei Fortsetzungen, sondern auch ein Prequel mit „Der Hobbit“ und uns erwartet ebenfalls eine Serie aus Mittelerde. Zum 20 Jährigen Jubiläum blicke ich auf den Film zurück, mit meiner Kritik, oder fast schon besser ausgedrückt: einem Lobgesang. Achtung: Spoiler!

Mit einer Laufzeit von 171 Minuten erschien im Dezember 2001 Der Herr der Ringe – Die Gefährten in den deutschen Kinos. Unter der Regie von Peter Jackson wurde Die Gefährten als erster von drei Filmen gedreht. Der Dreh der gesamten Trilogie benötigte mehr als ein Jahr. Bereits weit davor wurde viel am Drehbuch und an den Kulissen gearbeitet. Allein das bauen des Auenlandes fand ein Jahr vor Drehbeginn statt. Gemüse und Blumen wurden gepflanzt, es wurde eine Straße gebaut um überhaupt an die Felder zu gelangen, wo später Hobbingen und Beutelsend stehen sollten. Ein solches Mammutprojekt gab es in der Filmgeschichte selten und ist heutzutage fast undenkbar. Später erschien der Film im Home Release mit einer Laufzeit von 218 Minuten (228 auf Blu Ray) als Extended Version. Doch es gibt noch so viel mehr, was der Herr der Ringe so unvergesslich macht und das ist die Geschichte und ihre Hauptfiguren.

Handlung
An seinem 111. Geburtstag beschloss der Hobbit Bilbo Beutlin (Ian Holm) das Auenland zu verlassen und all sein Hab und Gut seinem Neffen Frodo Beutlin (Elijah Wood) zu vermachen. Darunter befindet sich auch der Eine Ring, der vor tausenden von Jahren durch den dunklen Herrscher Sauron erschaffen wurde. Gandalf (Ian McKellen) schickt nun Frodo und seinen Freund und Gärtner Sam (Sean Astin) nach Bree, wo sie sich gemeinsam treffen wollen. Auf dem Weg dorthin treffen Frodo uns Sam auf die beiden Hobbits Merry (Dominic Moaghan) und Pippin (Billy Boyd). Gemeinsam setzten sie die Reise nach Bree fort. Dort trafen sie allerdings nicht auf Gandalf, sondern auf Aragorn (Viggo Mortensen), der Thronerbe Gondors. Mit dessen Hilfe gelangen die vier Hobbits verfolgt von den Nazgûl nach Bruchtal, wo ein Rat entscheidet, dass der Ring der Macht vernichtet werden muss. Also machen sich die Gefährten bestehend aus den Hobbits Frodo, Sam, Merry Pippin, dem Zauberer Gandalf, dem Elb Legolas (Orlando Bloom), dem Zwerg Gimli (John Rhys-Davies) und den Menschen Aragorn und Boromir (Sean Bean) auf nach Mordor, um in den Feuern des Schicksalsberges den Einen Ring zu vernichten.

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Kritik
Es ist der Anfang eines dreiteiligen Epos, eine Geschichte die vor Gigantismus nur so strotzt, ein großes Abenteuer, Geschichten von Helden, aber auch von den kleinen Momenten des Alltags, wahrer Freundschaft und den Orten, die wir unser zu Hause nennen. Es ist die Geschichte von Gut gegen Böse, von Verrat, Krieg und Tod, aber auch vom Leben und warum es sich lohnt dieses zu verteidigen. Der Herr der Ringe – Die Gefährten vereint all das für mich in einen Film. Es ist der Anfang einer Verfilmung von Peter Jackson, basierend auf dem Roman von J.R.R. Tolkien und mit dem zweiten und dritten Teil mein absoluter Lieblingsfilm (ich zähle hierbei alle drei Teile als meinen absoluten Lieblingsfilm). Begebt euch also mit mir auf eine kleine Reise durch die Gefahren und die Wunder Mittelerdes.

Bilbo Beutlin verlässt also das Auenland noch während seiner Geburtstagsfeier. Er hinterlässt Frodo den Ring der Macht. Diese Bürde trägt nur der Neffe Bilbos mit sich, auf dem Weg nach Mordor. Das ist der ganz grobe Rahmen der Handlung, welche sich über drei Filme hin erstreckt. Und diese Zeit benötigt ein solches Epos auch. Die Gefährten erzählt den Anfang der Reise und dem Ende der Gemeinschaft des Ringes. Denn schnell wird eins klar: Frodo wird immer extra behandelt. Und alle stellen sich schützend vor ihn. Während am Anfang des Filmes noch jeder versucht Frodo zu beschützen, zerfällt das Bündnis der Gemeinschaft nach und nach und der Eine Ring schürt Zwietracht zwischen den Charakteren. So ist der erste Teil von Der Herr der Ringe nicht nur der Start eines Epos. Wenn der Film zur Ruhe kommt, erzählt er uns eine Geschichte von Freundschaft, Aufopferung für das Wohl der Welt und Intrigen. Bereits ganz am Anfang des Filmes, als Frodo Gandalf den Ring überlassen will, macht dieser klar, dass er dem Ring der Macht verfallen würde. So wie es später auch Boromir geschieht. Aber auch Aragorn wird für einen kleinen Moment in den Bann des Ringes gezogen. Als Auftakt eines dreiteiligen Epos erfahren wir hier besonders viel über unsere Hauptfiguren. Wir lernen sie in ihren guten und schlechten Momenten kennen und wissen, für was sie einstehen würden. Sie halten zusammen, doch wird die Dynamik spätestens nach den Ereignissen in den Minen von Moria immer weiter bröckeln. Besonders in der Extended Version wird dies deutlich. Dort werden die Gefährten von den Elben Lóriens abgefangen. Sie wollen weiter durch die Wälder ziehen, doch lässt Haldir sie aufgrund des Ringes nicht passieren. Alle wenden sich von Frodo ab, da der Fokus nun auf ihm liegt und er derjenige ist, der den Ring trägt. Frodo ist der Grund, warum die Gefährten aufgehalten werden. Auch die Hobbits Merry, Pippin und Sam wenden sich von Frodo in dieser Szene ab und wagen es nicht, ihn anzusehen. Diese Szene ist so bedeutsam für den weiteren Verlauf der Geschichte, da sie den Wendepunkt der Charaktere aufzeigt. Der Herr der Ringe – Die Gefährten erzählt uns ein fantastisches Epos mit wunderschönen Momenten und Liebevollen Charakteren.

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Angefangen bei den Hobbits. Alle vier haben einen ausgeprägten Optimismus und sind gerade am Anfang fast dauerhaft gut gelaunt. Doch verlieren sie (außer Pippin) nie den ernst der Lage außer Sicht. Sie wissen genau was auf dem Spiel steht. Gerade Frodo, der über den Film hinweg immer trübseliger wird, immer trauriger. Die Last des Ringes wird größer und so weiß der kleine Hobbit, dass er die Gemeinschaft verlassen muss. Und Sam folgt ihm als treuer Freund. Sam ist die Loyalität und Freundschaft in Person, während Frodo immer mehr zu einem Spiegelbild Gollums wird. Dies kann der Zuschauer jedoch erst im Verlauf der gesamten Trilogie herausfinden. Aber bereits in diesem Film wird der Grundbaustein der Dynamik und der Beziehung zwischen Frodo und Gollum gelegt. Beide sind durch den Einen Ring verbunden. Merry und Pippin hingegen bekommen ihre großen Momente erst im späteren Verlauf der Trilogie. Jedoch beweisen sie am Ende von Die Gefährten großen Mut, als sie die Uruk-Hai auf ihre Fährte locken, damit Frodo fliehen kann. Alle vier Halblinge wachsen in diesem Film über sich hinaus und beweisen wahre Freundschaft. So ist es schließlich reiner Zufall, dass Merry und Pippin Teil der Gefährten werden.

In Bruchtal gesellen sich außerdem Gimli und Legolas zur Gemeinschaft hinzu. Ein Elb und ein Zwerg, die sich nicht ausstehen können, zwischen denen im Laufe des Filmes fast schon beiläufig eine Verbindung entsteht, die später als besondere Freundschaft endet. Während Gimli in den Minen von Moria vor Legolas noch prahlen will, wie wunderschön eine Mine ist, so legt sich dieser Wettstreit der beiden im laufe des Filmes. Weniger in aktiven Worten, sondern eher im Verhalten zueinander. Nach der Begegnung mit Galadriel in Lórien verändert sich Gimlis Einstellung den Elben gegenüber und er und Legolas freunden sich an.

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Auch zwei Menschen ziehen mit nach Mordor. Beide gleichen sich mehr als es einem von ihnen passt, dennoch könnten sie unterschiedlicher nicht sein: Aragorn und Boromir. Während Aragorn sein Erbe vermeiden will, ist Boromir das genaue Gegenteil. Er will sein Volk verteidigen und sie Anführen. Als es zur Finalen Prüfung gegenüber dem Einen Ring kommt, versagt Boromir. Er will Frodo den Ring abnehmen, nur um kurz darauf wieder zur Besinnung zu kommen. Er weiß, dass es falsch war, er verfiel dem Ring. Aragorn hingegen kommt gegen Saurons Macht an und überlässt Frodo den Ring. Er zieht in den Kampf, damit Frodo fliehen kann. Bei Boromir handelt es sich um einen Charakter in der Grauzone. Er ist nicht Böse, er steht auf derselben Seite wie seine Gefährten. Doch hält er dem Ring nicht stand und wendet sich gegen Frodo. Seine Rettungsaktion von Merry und Pippin ist hierbei das genaue Gegenteil. So rettet er die beiden Hobbits, er gibt sogar sein Leben dafür. Genau das, was Aragorn für Frodo getan hatte. Am Ende stirbt Boromir im guten, als „Bruder“ von Aragorn. Für mich ist Boromir einer der bedeutensten und besten Charakteren in die Gefährten. Sein Tot ist für mich die traurigste Szene in der gesamten Trilogie, neben dem Ende des dritten Films. Während Boromirs Leiche den Fluss abwärts treibt, zieht Aragorn seine Armschienen an, in Gedenken an Gondors Krieger. Auch für Aragorn beginnt hier ein neuer Weg seines Charakters. Er beginnt, die Rolle des Königs und des Anführers anzunehmen. Boromirs Tot ist ein Wendepunkt der Gefährten, denn hiermit zerbrach die Gemeinschaft des Ringes endgültig.

Und zu guter Letzt bleibt der Mentor der Gruppe, der vermeintliche Anführer: Gandalf der Graue. Er leitet die Gemeinschaft und ist Frodos engster Freund und Mentor. Sein Tot in Moria ist neben Boromirs Tot der traurigste Moment des Filmes. Gandalf ist herzlich aber auch streng, Realist und Optimist zugleich und ein Ankerpunkt für den Zuschauer. Auch wenn Gandalf hier in den ersten beiden Dritteln des Filmes eine wichtige Rolle spielt, so wird er erst in Die zwei Türme von größerer Bedeutung. Sein Opfer im Kampf gegen den Balrog machte ihn Mächtiger als je zuvor, wodurch sein Tot unausweichlich ist. Ein kleiner Fakt am Rande: Gandalf ist als Istari (Zauberer) eine Unterform eines Maia (Götterwesen), ebenso wie der Balrog, der ein verdorbener Maia ist. Somit kämpfen auf der Brücke von Khazad-Dûm zwei „Götter“ gegeneinander.

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Unsere geliebten Gefährten wären aber ohne die zahlreichen Nebencharaktere nicht weit gekommen. Egal ob Elrond, Arwen, Galadriel oder Haldir, die Castings sind perfekt und die Figuren sind durchdacht und schön geschrieben. Ein Saruman wirkt anfänglich vertrauenswürdig, doch Christopher Lee als Bösewicht in Teil eins und zwei funktioniert einfach fantastisch. Jede noch so kleine Nebenfigur ist bedeutsam oder einfach nur bis ins kleinste Detail inszeniert. Man spürt zu jeder Sekunde die Hingabe aller beteiligten.

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Egal ob wir wunderschöne Aufnahmen Neuseelands haben oder spannende Schlachtszenen, die Sets und der Aufwand der Inszenierung ist einfach grandios. Neuseeland bietet hierfür auch noch die perfekten Landschaften. Egal ob verschneite Berge, weite Wiesen, Steppenähnliche Weiten oder dichte Wälder. Peter Jackson und seine Crew haben sich für den Dreh genau die richtige Insel ausgesucht. Und von den Kostümen und dem Make-Up brauche ich gar nicht erst zu schwärmen. Es reicht eine Szene um zu sehen, dass hier alles gegeben wurde. Die Orks sehen alle gleich und doch unterschiedlich aus. Elben sind deutlich an ihren leichten Gewändern zu erkennen. Hobbits haben alle lockige Haare und klassische Hemden an. Zwerge sieht man leider nicht so viele, neben Gimli und seinen beiden Weggefährten. Die Menschen unterscheiden sich in ihren Kleidungen stark, das helle und majestätische Gondors neben dem dreckigen und dunklen der Nordmenschen, oder auch Aragorn. Die Kostüme sind alles in allem einfach wundervoll, man bekommt richtig Lust, selbst eines davon zu tragen.

All das macht Der Herr der Ringe – Die Gefährten zu einem immersiven und packenden Erlebnis. Alles fühlt sich einfach perfekt an, durchdacht, mit Liebe zum Detail erstellt. Und so ist dieser Film für mich etwas ganz besonderes und damit auch verdient mein Lieblingsfilm. Da ich nun mehr als genug geschwärmt habe, frage ich nun euch: was ist eure Einstellung zum ersten Herrn der Ringe? Seid ihr ebenfalls Fans, geht es euch wie mir oder findet ihr den Film vielleicht sogar überbewertet? Oder habe ich etwas vergessen zu erwähne? Ich freue mich auf eure Kommentare und hoffe, dass ich euch erneut Lust auf den Film machen konnte und wünsche euch viel Spaß beim schauen.

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Kommentare

Mary
@SunriseHeaven

Ich mag die 2 Türme am liebsten, weil es um Verrat im Trio Frodo, Sam und Gollum geht. Besonders Frodos Angriff auf Sam ist bedeutsam. Es geht aber auch um unerwartete Hilfe, freundschaft, alte Bündnisse und letzte Hoffnung in der dunkelsten hoffnungslosesten Nacht. Der Teil ist am menschlichsten.

Raul
@Raul

Seit ich 6 Jahre alt bin liebe ich diese Trilogie und gucke jeden Monat 1 mal die Trilogie im extended cut. Danke Peter Jackson ❤

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