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Charakteranalyse: Steve Rogers und John Walker [Spoiler]

© Disney / Marvel Studios

Vielschichtige Charaktere sind wichtig, aber leider nicht immer vorhanden. Wir analysieren für Euch jede Woche die bekanntesten und beliebtesten Figuren aus Filmen und Serien, wobei wir nur auf die Handlungen eingehen, wenn sie zur Erklärung unserer Eindrücke dienen. Achtung, Spoiler!

Steven Grant Rogers wurde am 04. Juli 1918 in Brooklyn geboren. Er ist blond und hat blaue Augen, das Idealbild der Menschen, gegen die er im Zweiten Weltkrieg gekämpft hat. Als der Supersoldat Captain America ist er in den Marvel Filmen eines der Gründungsmitglieder der Avengers. Sein bester Freund und größte Stütze ist James Buchanan „Bucky“ Barnes (Sebastian Stan).

Bis aus dem schwächlichen und kränklichen Rogers Captain America wird, ist es ein weiter Weg. Immer wieder wird er von den Armeeärzten abgewiesen, immer wieder meldet sich der sture und patriotische junge Mann in einem anderen Bundesstaat erneut. Das weckt das Interesse von Dr. Abraham Erskine (Stanley Tucci). Er ist beeindruckt von Rogers‘ starkem Willen und Kampfgeist, weshalb er ihn für eine Kandidatengruppe auswählt, von denen am Ende einer das Supersoldatenserum verabreicht bekommt. Trotz seiner körperlichen Defizite entscheidet man sich für Steve. Es ist sein gutes Herz, was den Arzt und die anderen Beteiligten zu dieser Entscheidung bewegt, denn Erskine weiß, dass das Serum das Innere eines Menschen verstärkt.

Durch die Einnahme des Serums wird aus dem schmächtigen Steve ein großer, muskulöser Mann. Kurz: ein Frauenheld. Diesen Umstand nutzt er jedoch nicht aus. Er interessiert sich nicht für den Ruhm, den ihm die Werbekampagne des Militärs beschert. Als Maskottchen muss er für sie durch die Staaten tingeln und die Menschen bei Laune halten, dabei wäre er lieber an der Front bei seinen Kameraden. Steve ist kein Fan von Gewalt, aber er verabscheut Ungerechtigkeit.

© Marvel Studios / Disney

Im Militär lernt Steve die Liebe seines Lebens kennen, Agent Peggy Carter (Hayley Atwell), dabei fängt es ganz klassisch an: der Unscheinbare verliebt sich in die gutaussehende, erfolgreiche, für ihn unerreichbare Frau. Während des Trainingslagers ist er auch nicht wirklich überzeugend, die Aufgaben kann er kaum absolvieren und sich nicht mit den anderen Männern messen. Doch genau wie Erskine beeindruckt Carter ebenfalls seine Kämpfernatur und sein Einfallsreichtum, trotzdem kommt es vorerst nicht zu einer Beziehung. Während er als Soldat Millionen von unschuldigen Menschen das Leben rettet, ereilt Steve eine Bruchlandung und wird für 70 Jahre im Eis konserviert. Als er 2012 von S.H.I.E.L.D. geborgen wird und schließlich wieder erwacht, ist Peggy über 90 Jahre alt und verstirbt 2016. 2025 reisen die Avengers im Rahmen der Ereignisse in „Infinity War“ durch Zeit und Raum. Als Steve wie versprochen die Infinity Stones in ihre jeweiligen Zeitlinien zurückbringt, kehrt er nicht wie geplant in die Gegenwart zurück. Er bleibt stattdessen bei Peggy und heiratet sie. So haben die Beiden doch noch ein Happy End bekommen.

Auch seinen besten Freund hält er für verloren. Seite an Seite haben sie im Krieg gekämpft, als Bucky von einem Zug in eine Schlucht stürzt. Lange Jahre galt er als gefallener Kriegsheld, bis sich ihre Wege in der Jetztzeit wieder kreuzen. Während seiner Gefangenschaft hat HYDRA Experimente an ihm durchgeführt und ihm das Supersoldatenserum verabreicht. Bucky wurde zu ihrer kontrollierbaren, menschlichen Waffe, er wurde zum Winter Soldier. Auf der Suche nach Barnes, die dessen Vernichtung beinhaltet, widersetzt sich Steve den Anweisungen. Er versucht seinen besten Freund zu beschützen, ihn zu rehabilitieren und die anderen davon zu überzeugen, dass er keine Wahl hatte. Seine Loyalität zu Bucky ist ein Grund, warum es zur Spaltung der Avengers kommt.

In der Serie „The Falcon and the Winter Soldier“ tritt ein weiterer Mann die Stellung als Captain America an: Captain Jonathan F. „John“ Walker. Auch er ist blond, hat blaue Augen und ist als Soldat körperlich fit. Neben den offensichtlichen Dingen gibt es weitere Ähnlichkeiten zwischen den beiden Figuren: Walker ist ebenfalls patriotisch, seinem besten Freund Lemar Hoskins (Clé Bennett) gegenüber loyal bis über den Tod hinaus und ein sehr guter Kämpfer. Doch für ihn hat die Bezeichnung „Captain America“ eine ganz andere Bedeutung. Während sie für Steve keine Rolle spielt, ist sie für John nur ein Titel, den er bei der Vorstellung seiner Person immer mit erwähnt. Angestaute Gefühle und die Überforderung, dem Titel gerecht zu werden, verstärken sich schließlich durch das Supersoldatenserum und äußern sich in unkontrollierbaren Gefühls- und Gewaltausbrüchen.

© Disney / Marvel Studios

Steve Rogers, der von Chris Evan gespielt wurde, hat trotz Rückschläge nie seine Werte und Überzeugungen vergessen. Er ist der verdiente Captain America, während Walker, dargestellt von Wyatt Russel, den Titel wie eine Trophäe verliehen bekommen hat. Obwohl ich ihn nicht mag, muss ich zugeben, dass Walker mehr Ecken und Kanten als Rogers hat, was ihn menschlicher erscheinen lässt. Für mich haben beide Schauspieler großartige Arbeit geleistet.

Sämtliche Filme des MCU und die neue Marvel-Serie „The Falcon and the Winter Soldier“ könnt Ihr bei Disney + streamen. Eine weitere Charakteranalyse gibt es nächste Woche hier bei ScreenFlash.

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Kommentare

Thor
@Thor

gute Charakter Analyse , ein kleiner Fehler ist euch aber unterlaufen , und zwar sind die Zeitrisen in Endgame 2023 passiert und nicht 2025

Jonas
@JAK2501

Sehr interessant geschrieben, nur eine kleine Anmerkung. Die Zeitreisen fanden erst in „Endgame“ statt.

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