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The Umbrella Academy: Comic vs. Serie (Staffel 1)

© Netflix

Wenn Bücher und Comics verfilmt werden, weichen sie meistens von ihren Vorlagen ab. So auch „The Umbrella Academy“. Die größten Änderungen findet Ihr im folgenden Artikel. Achtung, Spoiler!

Dass Verfilmungen von den Originalwerken abweichen, auf denen sie basieren, ist in der Filmwelt keine Seltenheit. Manche Filme basieren nur lose auf einem Buch, wie im Falle von Blade Runner, andere werden Seite für Seite übernommen (Watchmen). Dass auch die Helden mit dem Regenschirmlogo nicht davon verschont bleiben, ist also kein Wunder. Bei der Umbrella Academy wurde hier ein guter Mittelweg gefunden. Was die Serie von den Comics unterschiedet, zeige ich im Folgenden auf. Ich werde mich auf Staffel 1 konzentrieren, dennoch gibt es eine Spoiler-Warnung zu den ersten beiden Staffeln von The Umbrella Academy und den drei bisher erschienen Comic Bänden.

Die Hargreeves Familie

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Die Academy selbst musste sich diversen Änderungen unterziehen. Neben Kleinigkeiten wie andere Haut- oder Haarfarbe gibt es aber auch bedeutendere Änderungen. Angefangen bei Sir Reginald Hargreeves alias „Das Monokel“ (Colm Feore). Comicleser erfahren bereits auf den ersten Seiten, dass es sich bei Sir Hargreeves um einen Außerirdischen handelt. Fans der Serie erfuhren seine Herkunft erst am Ende der zweiten Staffel. Außerdem wird in den Comics nie aufgelöst, wie Reginald gestorben ist. Die Serie macht deutlich dass er sich umgebracht hat, um die Academy zusammen zu bringen.

Weiter geht es mit Nummer 1: Luther a.k.a. „Spaceboy“ (Tom Hopper). Durch einen Unfall musste sein Vater ihm ein Serum verabreichen, welches seinen Körper transformierte. In der Serie ist Luthers affenartiger Körper organisch, in den Comics jedoch handelt es sich um einen mechanischen Affenkörper. Mit diesem kann Luther sogar fliegen, dank eines eingebauten Jetpacks.

Diego (David Castañeda), in den Comics auch als „The Kraken“ bekannt, unterscheidet sich kaum von seinem Comicvorbild. Ebenso wie Allison, alias „Rumor“ (Emmy Raver-Lampman). Interessanter wird es bei Nummer 4. Klaus Hargreeves (Robert Sheehan), in den Comics „Séance“ genannt, kann mit den Toten reden. Doch sein Vorbild kann mehr als nur das. In den Comics besitzt Klaus telepathische Fähigkeiten, wodurch er schweben kann, andere Menschen beeinflussen und Gegenstände bewegen kann. In der Vorlage wird er zudem durch Hazel und Cha-Cha erschossen, trifft im Jenseits auf einen Cowboy, den Klaus als Gott identifiziert, und führt ein kleines Gespräch mit ihm. Gott will Klaus nicht im Himmel haben. Da der Teufel ihn aber auch nicht will, muss Klaus wieder zurück auf die Erde. In der Serie gibt es eine ähnliche Szene, bei der Nummer 4 auf ein kleines Mädchen trifft, anstatt auf einen Cowboy. Zusätzlich hat Klaus noch Kontakt zu seinem Adoptivvater. Auch die kleine Zeitreise in den Vietnamkrieg gibt es in den Comics nicht, ebenso wie Dave.

Auch Nummer Fünf, in der Serie von Aidan Gallagher verkörpert, ist nicht unverschont geblieben. In den Comics ist Fünf deutlich aggressiver, ernster und zusätzlich körperlich modifiziert. In der Serie wurde er lediglich zum perfekten Auftragsmörder ausgebildet.

Ben, alias „The Horror“ (Justin H. Min), wurde für die Serie komplett neu geschrieben. Denn in den Comics kommt Ben lediglich in Rückblenden als Kind vor. Klaus hatte in den Comics bisher keinen Kontakt zu seinem verstorbenen Bruder, dessen Todesursache auch in den Comics unbekannt ist.

Kommen wir nun zum gewöhnlichsten und außergewöhnlichsten Familienmitglied: Vanya Hargreeves (Ellen Page). Während Vanya in der Serie durch Lennard Peabody (John Magaro) an ihre Kräfte herangeführt wird, sieht es in den Comics ganz anders aus. Nach dem sie ihren Geschwistern helfen will, eine Roboterarmee aufzuhalten und von Diego weggeschickt wird, wendet sie ich an ein Orchester. Das „Orchestre Condamné“ will mit Vanya an der Spitze die Apokalypse auslösen. Hierbei wird Vanya zur „Weißen Violine“. Ihr Körper nimmt sogar violinenartige Züge an und ihre Haut wird weiß. Vanya hat fest vor, sich an ihrer Familie zu Rächen und die Welt zu verändern. In der Serie will Nummer 7 nicht absichtlich ihre Kräfte zur Vernichtung der Welt einsetzen. Hier hat sie sich selber einfach nicht unter Kontrolle, wodurch sie versehentlich das Ende der Welt einleitet.

Die Kommission

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In den Comics ist die Kommission unter dem Namen „Tempes Aeternalis“ bekannt. Ihre Aufgabe ist die gleiche wie in der Serie: den Zeitfluss intakt halten. Nummer Fünf wird von der Organisation in den Comics zwangsrekrutiert, während er in der Serie die Wahl hat, ihnen freiwillig beizutreten. Außerdem wird die Zentrale von „Tempes Aeternalis“ nie gezeigt.  Und auch die „Leiterin“ (Kate Walsh) gibt es nicht.

Hazel und Cha-Cha

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Die teilweise sympathischen Antagonisten Hazel (Cameron Britton) und Cha-Cha (Mary J. Blige) nehmen in der Serie eine wichtige und vor allem große Rolle ein. Sie sind Personen, die nachvollziehbar handeln und die wir verstehen. In der Vorlage sieht das ein wenig anders aus. Hier sind Hazel und Cha-Cha zwei zuckersüchtige Psychopathen, die sehr viel Spaß am Töten haben. Sie erscheinen erst in Band zwei, lange nach dem die Apokalypse von der Academy verhindert wurde. Ihr Auftrag: Nummer Fünf eliminieren. Stattdessen nehmen sie Klaus gefangen, wie in der Serie. Nur dass dieser die beiden Auftragsmörder durch Gedankenkontrolle tötet, bevor sein Geist wieder in seinen eigenen Körper zurückkehrt.

Auch wird die Welt durch Hazel und Cha-Cha zerstört, da sie die Atomraketen von Reginald Hargreeves stehlen und zünden. Die Academy überlebt dies durch eine Zeitreise.

Die Welt

© Dark Horse Comics

Die Welt um die Umbrella Academy herum ist in den Comics deutlich verrückter als in der Serie. Pogo ist in den Comics nicht er einzige vermenschlichte Schimpanse. So hatt Detective Lupo, der in der Serie durch Detective Patch ersetzt wurde, einen Partner bei dem es sich auch um einen Affen handelt. Auch Agnes hat in der Serie eine größere Rolle bekommen, als sie in der Vorlage einnimmt. Auch tauchen immer mal wieder alte Feinde der Hargreeves Familie auf.

Sir Reginald Hargreeves Anwesen befindet sich in den Comics außerhalb der Stadt. In der Netflix-Adaption steht das Haus inmitten der Stadt, mit einem kleinen Innenhof.

Die Apokalypse

© Netflix

Das Ende der Welt wird in den Comics nicht durch eine Zeitreise verhindert. Klaus ist in der Vorlage der große Held, der dank seiner telepathischen Kräfte den Mondmeteor aufhält.

Auch Vanya kommt nicht so gut davon. Nummer Fünf schießt ihr in den Kopf, um sie aufzuhalten. In der Serie schießt Allison lediglich an ihr vorbei, um mit dem Knall des Schusses Vanya, aufzuhalten. Auch die Kommission mischt in den Comics nicht mit, was bedeutet, dass der Weltuntergang nicht geschehen muss. Stattdessen kämpfen die Geschwister gegen das „Orchestre Condamné“.

Das sind die größten Unterschiede zwischen der Serie und den Comics von The Umbrella Academy. Welche Änderungen findet ihr am interessantesten. Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

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