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Charakteranalyse: Dolores Umbridge [Spoiler]

© Warner Bros.

Vielschichtige Charaktere sind wichtig, aber leider nicht immer vorhanden. Wir analysieren für Euch jede Woche die bekanntesten und beliebtesten Figuren aus Filmen und Serien, wobei wir nur auf die Handlungen eingehen, wenn sie zur Erklärung unserer Eindrücke dienen. Achtung, Spoiler!

„Potterheads“ dürfte bei diesem Namen ein eiskalter Schauer über den Rücken laufen. Dolores Jane Umbridge (Imelda Staunton) ist zwar nicht Harrys Hauptgegner, aber ein sehr unangenehmes, wenn nicht sogar das schlimmste Problem.

Ihren ersten Auftritt hat sie im fünften Band „Harry Potter und der Orden des Phönix“. Sie wird als sehr kleine, rundliche Frau beschrieben, die ein wabbeliges Gesicht mit leicht hervorquellenden Glubschaugen und einem breiten, schlaffen Mund hat, deren Kopf ohne erkennbaren Hals in ihren Körper übergeht. Laut Harry ähnelt diese Frau äußerlich einer Kröte. Zudem wird Umbridge’s Erscheinung von ihrer Lieblingsfarbe geprägt. Sie trägt überwiegend rosa Kostüme, dazu passende Schleifen und stets eine Brosche mit dem Abbild einer Katze.

Ihr Büro in Hogwarts ist genauso eingerichtet wie das im Zaubereiministerium und ebenso kitschig wie ihre Kleidung. Jede freie Fläche ist mit einem Tischdeckchen verdeckt, an den alten Steinwänden des Schlosses, die rosa gestrichen sind, hängen dekorative Wandteller mit Katzen, die, wie in der magischen Welt üblich, ihre eigenen Teller verlassen und auf anderen auftauchen können. Durch ihr Auftreten und ihre Ansichten wirkt Umbridge trotz ihrer gekünstelten, hohen Kleinmädchenstimme wie eine sehr alte Frau.

© Warner Bros.

Umbridge’s Karriere ist wahrlich beeindruckend. Sie war Leiterin der Abteilung für unbefugte Zauberei und Mitglied des Zaubergamot, das über Harrys Bestrafung entscheiden muss, nachdem dieser außerhalb der Schule gezaubert hat. Später kommt heraus, dass sie die Dementoren nach Little Whinging geschickt hat, um Harry über die Rückkehr Voldemorts zum Schweigen zu bringen. Nach ihrer Beförderung zur ersten Untersekretärin schickt der Zaubereiminister Cornelius Fudge sie zum Schuljahresbeginn nach Hogwarts. Neben ihrer offiziellen Tätigkeit als Professorin zur Verteidigung gegen die dunklen Künste soll sie das Niveau der Schule beurteilen und verbessern, ihr eigentlicher Einsatz besteht aber darin, Harry und Albus Dumbledore unter Kontrolle zu bekommen. Im Rahmen ihrer Arbeit ernennt Fudge sie zur Großinquisitorin und nach Dumbledore’s Flucht zur Schulleiterin. Nach der Übernahme des Ministeriums durch Voldemort und die Todesser wird sie zur Vorsitzenden der Registrierungskommission für Muggelgeborene.

Im Film wirkt sich dieser Werdegang und die damit verbundene Macht auch auf die Kostüme aus: je einflussreicher Dolores Umbridge wird, desto kräftiger wird das Rosa ihrer Kostüme.

Umbridge ist von Anfang an unbeliebt bei Schülern und Lehrern. Als treu ergebene Mitarbeiterin des Ministeriums berichtet sie Fudge alles, was in ihren Augen fehlerhaft ist und erlässt in seinem Auftrag jeden Tag neue Regeln. Die Schüler werden in ihrem Schulalltag extrem eingeschränkt und für jede noch so kleine Unannehmlichkeit bestraft, bei der die Professorin auf mittelalterliche Foltermethoden zurückgreift. Im Allgemeinen ist sie als Lehrerin vollkommen ungeeignet, denn neben der sozialen Inkompetenz lehrt sie den in dieser Zeit wohl wichtigsten Kurs nur theoretisch. Das weckt in den Schülern den Kampfgeist und unter Harrys Leitung wird die DA (Dumbledore’s Army) gegründet, um bei geheimen Treffen die praktischen Übungen zur Verteidigung zu erlernen und zu trainieren.

Obwohl sie selbst ein Halbblut ist, verachtet Dolores Umbridge genau solche Minderheiten und gibt ihre Reinblütigkeit nur vor, was ihr nach dem Fall des Ministeriums, so wie sie es kennt, zugutekommt. Da sie einst Schülerin des Hauses Slytherin war, wird sie in dieser Zeit die Bedeutung des Blutstatus zu spüren bekommen und gelernt haben, sich anzupassen und ihre wahre Herkunft zu verheimlichen.

Dargestellt wird die unsympathische Hexe von Imelda Staunton. Durch einige Videos hinter den Kulissen weiß ich, dass Staunton sich ganz gut mit dem alt eingesessenen Cast verstanden hat und gehe daher davon aus, dass sie eine nette Person ist. Genau das macht eine gute Schauspielerin bzw. einen guten Schauspieler aus: man muss ihr bzw. ihm die Rolle zu 100% abnehmen und darf den wahren Charakter nicht erahnen, besonders wenn dieser das komplette Gegenteil von dem der Rolle ist.

Eine weitere Charakteranalyse gibt es nächste Woche Samstag hier bei ScreenFlash.

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