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[Spoiler] Review 1. Staffel „High School Musical: Das Musical: Die Serie“

© Disney+

Letzte Woche lief in Deutschland die letzte Folge der Disney+ Original-Serie. Ich fasse für Euch meine Eindrücke aus den 10 Folgen zusammen und gehe dabei auf verschiedene Aspekte wie die Charaktere und die Musik ein. Achtung, Spoiler!

Die Story
Mit Miss Jenn kommt eine neue Theaterlehrerin an die East High School, die als erstes Großprojekt die Inszenierung des Filmes „High School Musical“ geplant hat. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Ihre Schüler kämpfen mit privaten Problemen, Liebesdramen und Eifersüchteleien, die eine vernünftige Zusammenarbeit erschweren. Dazu kommt, dass nicht alle Lehrer von ihrer Idee begeistert sind und sie selbst Geheimnisse zu verstecken versucht, die ihr den Job kosten könnten.

Die Charaktere
Die männliche Hauptrolle ist Ricky Bowen. Er ist unsterblich in seine langjährige Schulfreundin Nini verliebt, doch es fällt ihm schwer, ihr das zu sagen. Daran scheitert ihre Beziehung auch. Seine Eltern trennen sich ebenfalls während der Serie, womit der Teenager gar nicht zurechtkommt. Vor allem das sehr schnell neu gefundene Glück seiner Mutter macht ihn wütend.

Nini Salazar-Roberts ist das weibliche Pendant zu Ricky. Sie fühlt sich auf der Theaterbühne sehr wohl, ist zugleich aber sehr unsicher. Nur kurze Zeit nach der Trennung von Ricky beginnt sie eine Beziehung mit dem älteren E.J., die allerdings auch nicht lange anhält. In meinen Augen war E.J. nur ein lahmer Versuch, über Ricky hinweg zu kommen.

Der angesehene E.J. Caswell ist eingebildet und emotional eher grob gestrickt, zumindest nach außen hin. Zu Beginn der Serie wirkt es, als ob Nini für ihn einfach nur eine schöne Begleitung ist, die jederzeit ersetzt werden kann. Doch nach der Trennung stellt er fest, dass er wirklich etwas für das Mädchen empfunden hat. Auch im Theater stehen er und der Ex-Freund seiner Ex-Freundin im ständigen Konkurrenzkampf zueinander. E.J. hat sich nur für Nini darauf eingelassen und muss sich dann mit der Zweitbesetzung zufriedengeben.

Ashlyn Caswell ist das genau Gegenteil von ihrem Cousin. Sie ist unheimlich sympathisch, vertrauenswürdig und kommt mit jedem gut aus. Sie sagt E.J. ihre Meinung, gibt ihm Ratschläge und hilft ihm. Die Beiden wirken eher wie Geschwister als Cousine und Cousin. Ashlyn ist die gute Seele der Serie, mit der jeder gerne befreundet ist.

Rickys bester Freund, Big Red, ist der typische Mitläufer mit wenig Selbstwertgefühl. Er übernimmt die Rolle des Bühnentechnikers, was ihm allerdings nicht sehr gut liegt. Während der Arbeit an dem Musical verliebt sich er und Ashlyn ineinander.

Ninis beste Freundin Kourtney dagegen ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sich auch in ihren zweifelnden Momenten nicht unterkriegen lässt. Sie ist im Rahmen des Musicals für die Kostüme und das Make-Up zuständig.

Gina Porter ist neu an der Schule. Zu Beginn der Serie ist sie egoistisch und intrigant und kann Nini nicht ausstehen. Wie E.J. wurde sie nur zur die Zweitbesetzung. Durch den Job ihrer Mutter wechselt sie häufig die Schule, wodurch sie keinen richtigen Freundeskreis hat und sehr einsam ist. Doch mit der Theater-AG hat sich das geändert und Ashlyn scheint sich dafür einsetzen zu wollen, dass Gina nicht wegziehen muss.

Die neue, übermotivierte Theaterlehrerin Miss Jenn sorgt bei den Schülern mit ihrer Idee von einem Musical über „High School Musical“ für begeisterte Aufregung, ihr Vorgesetzter Principal Gutierrez und ihr Kollege Mr. Mazzara haben nicht viel dafür übrig. Es kommt dem ernsten und teils nicht sehr freundlichen Lehrer sehr gelegen, dass seine Kollegin ein Geheimnis hat, dass ihre berufliche Zukunft gefährdet.

Miss Jenn kommt nicht allein zur East High, im Schlepptau hat sie ihren Assistenten Carlos. Er liebt das Theater ebenso sehr wie die Lehrerin und ist ein ausgezeichneter Tänzer, was ihn zunächst zu einem Außenseiter macht. In der Theater-AG findet er neue Freunde und lernt den schüchternen Seb Mathew-Smith kennen und lieben.

Die Schauspieler
Der Großteil des Cast entstammt einer jungen Generation, die erst durch ihre Rollen in „High School Musical: Das Musical: Die Serie“ größere Bekanntheit erlangten. Dazu zählen Joshua Bassett (Richard „Ricky“ Bowen), Olivia Rodrigo (Nina „Nini“ Salazar-Roberts), Matt Cornett (E.J. Caswell), Julia Lester (Ashlyn Caswell), Larry Saperstein (Big Red), Dara Reneé (Kourtney), Sofia Wylie (Gina Porter), Frankie Rodriguez (Carlos) und Joe Serafini (Seb Matthew-Smith). Die Erwachsenen haben bereits einige Jahre an Schauspielerfahrung hinter sich wie Kate Reinders (Miss Jenn) und Mark St. Cyr (Mr. Mazzara). Für alle Fans der Filme gibt es ein kurzes Wiedersehen mit alten Bekannten: Kaycee Stroh und Lucas Grabeel, die in den Filmen Martha Cox und Ryan Evans gespielt haben, sind in zwei unterschiedlichen Folgen kurz in einen Gastauftritt zu sehen, in denen sie sich selbst spielen.

Musik und Choreografien
In den Proben und der Show werden die Lieder aus dem ersten Film performt, doch in jeder der 10 Folgen wird auch ein neuer Song vorgestellt. Oft begleiten sich die Charaktere dabei auf einem Instrument selbst, die großen Choreografien bekommen wir zumeist aber nur in Verbindung mit dem Musical zu sehen. Ein Lied ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, und zwar „Born to be brave“ aus Folge 5 „Homecoming“. Großartige Message, toller Sound und eine großartige Choreografie. Hier verlinke ich Euch eine Akustik Version des Songs.

Mein Fazit
Wie bei jeder Serie gibt es auch hier Pros und Kontras. Der positivste Aspekt ist definitiv die Behandlung der LGBTQ-Thematik im Hinblick auf gleichgeschlechtliche Beziehungen und Elternschaft, einmal durch die schwulen Schüler Carlos und Seb und Ninis Mütter Carol und Dana, und geschlechterunabhängige Besetzungen durch Seb als Sharpay Evans. Dazu befasst sich die Serie auch mit dem Thema Scheidung. Die Disney Studios weichen endlich von den konservativen Ansichten ab. Meine Hoffnung für die Zukunft ist, dass sie sich ihre Offenheit auch für andere Projekte beibehalten.
Die Wandlungen der Charaktere beschränken sich auf ihr Alter und soziales Umfeld. Ich habe nicht viel mehr erwartet und wurde sogar von einigen Figuren wie Ricky überrascht, als er offen über seine Angst vor der Trennung seiner Eltern spricht.
Leider überwiegen für mich die negativen Aspekte. Obwohl es sich um ein Teenie-Drama handelt, werden viel zu wenig Intrigen gesponnen. Stattdessen wird das vorhandene Liebesdrama um Ricky und Nini mit jeder Folge ausgebaut und aufgebauscht, was mich persönlich sehr nervt. Um ein jüngeres Publikum auf die Filme aufmerksam zu machen mag sie perfekt sein, für mich als Fan der ersten Stunde ist sie einfach nur ein unnötiges Anhängsel.

Eine zweite Staffel von „High School Musical: Das Musical: Die Serie“ wurde bereits im Herbst 2019 von Disney bestellt und war ohne festen Starttermin für2020 geplant, was sich aufgrund der aktuellen Situation vermutlich nicht realisieren lässt.

Wie hat euch die erste Staffel von „High School Musical: Das Musical: Die Serie“ gefallen? Schreibt es uns in die Kommentare. Neuigkeiten zu der 2. Staffel findet Ihr selbstverständlich hier auf ScreenFlash.

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Kommentare

Michael
@michi186o

Ich fand es eine schön angenehm zu schauende Serie für zwischendurch. Vor allem durch meine eigene langjährige Zeit im Schultheater habe ich oft herzhaft lachen müssen oder war emotional berührt, als typische Theaterprobendinge passiert sind. Diese Szenen haben für mich die Serie sehr gestärkt.

Kirsten
@kiki23

An sich eine gute Serie, grade für jüngeres Publikum. Mir gefällt sie , obwohl ich aus dem Alter längst raus bin, was mich nervt ist, das die Intrigen mir zu kurzweilig sind und keine große Tiefe haben und das die Parts um die Liebenden vorhersehbar sind. Dennoch möchte ich eine weitere Staffel.

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