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Charakteranalyse: Loki Laufeyson [Spoiler]

© Marvel Studios

Vielschichtige Charaktere sind wichtig, aber leider nicht immer vorhanden. Wir analysieren für Euch jede Woche die bekanntesten und beliebtesten Figuren aus Filmen und Serien, wobei wir nur auf die Handlungen eingehen, wenn sie zur Erklärung unserer Eindrücke dienen. Achtung, Spoiler!

In den antiken Mythologien gibt es unzählige Geschichten über Götter und Helden, die in den Details nie komplett übereinstimmen. Doch bei den wichtigen Stellen sind sich die Überlieferungen einig: wer die Guten und wer die Bösen sind. In der nordischen Mythologie ist Loki Laufeyson einer der Bösen, aber ist das wirklich so einfach?

Die sicherste Quelle über den Glauben der Wikinger ist die Edda. Laut dieser Schrift hintergeht Loki die Götter Asgards bei jeder Gelegenheit, bringt sie in Verlegenheit und Gefahr. Er soll der Vater einiger Weltenfeinde sein und selbst das Ende der Welten verursachen.

Die mythologische Vorgeschichte ist zu umfangreich, um sie kurz zu schildern. Ich kann jedem Interessierten das Buch „Loki Laufeyson“ von Renate Steinbach empfehlen, in dem sie die Geschichten aus Sicht des Gottes erzählt. Sie bleibt dabei eng an der Mythologie, unparteiisch und versucht sämtliche Vergleiche zu vermeiden. Die macht man als Leser selbst, sollte man ein Marvel-Fan sein.

Loki Laufeyson (Tom Hiddleston) ist das schwarze Schaf der Königsfamilie Asgards. Er wächst im Schatten seines Adoptivbruders Thor Odinson (Chris Hemsworth) auf, einzig durch seine Mutter Frigga (Rene Russo) erfährt er Liebe und erlernt von ihr Magie, die er als Erwachsener perfekt beherrscht. Niemand außer Thor traut ihm, sodass am Ende auch niemand außer Thor von ihm enttäuscht wird, dennoch verliert er nie die Hoffnung auf das Gute in seinem Bruder. Ich gebe zu, das tue ich auch.

Die Beziehung der ungleichen Brüder steht bei Marvel im Vordergrund. Eine erfrischende Abwechslung zu den klassischen Hollywood-Liebesgeschichten. Obwohl Thor gegen Loki kämpft, wenn der mal wieder Midgard zerstören will, verteidigt er ihn auch und bittet ihn in verzweifelten Situationen sogar um Hilfe. Erst kurz vor seinem Ableben erkennt Loki, dass Thor es ehrlich mit ihm meint und dass es genau das ist, was er sich immer gewünscht hat.

Der Gott des Schabernacks ist vieles: hinterlistig, ein Lügner, nicht vertrauenswürdig. Er ist mit Vorsicht zu genießen, hat aber auch Momente, in denen er uns eine andere Seite zeigt. Er hilft Thor, wenn auch nicht immer ganz freiwillig, er trauert um seine Mutter, was seine Beziehung und Emotionalität unterstreicht und opfert sich letztendlich sogar für seinen Adoptivbruder.

Loki ist einer der wenigen Bösewichte, die eine gewisse Tiefe bekommen haben. Er ist ein vom Leben geprägter Einzelgänger, ein komplexer Charakter, der bestimmt nicht leicht zu spielen ist, was Tom Hiddleston aber hervorragend gelingt. Seine Art zu spielen hat aus einem Nebencharakter einen Fanliebling gemacht. Mit Charme, Intelligenz und guten Sprüchen wickelt mich der britische Schauspieler jedes Mal um den Finger und macht es mir nicht leicht, den sogenannten Antihelden böse zu finden.

Eine weitere Charakteranalyse gibt es nächste Woche hier bei ScreenFlash.

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